12. Juli 2010 | Veröffentlicht in: Portraits
Muß ein Bild immer eine klare Aussage haben? Oder wird es eher von jedem Betrachter selbst definiert?
Manchmal beschäftigt man sich mit einfachen Bildern sehr intensiv – weil es wirkt und einen fesselt. Es gibt dann auch richtig aufwendige Aufnahmen in denen man keinen Sinn finden kann.
Viele meinen, wenn Bilder nicht entsprechend irgendwelcher Theorien erstellt worden sind, wären sie technisch schlecht umgesetzt und beinhalten keine Aussage.
Ist es wirklich richtig, ein Bild nach den Vorgaben aus der Literatur zu bewerten und nur darauf zu achten, ob Linien, der Goldene Schnitt, die Farbenzusammenstellung etc. beachtet wurden und die Bildaussage klar ist? Oder ist es eher der richtige Weg, ein Bild subjektiv zu beurteilen? Hier rede ich vom Bauchgefühl, ob das Bild einem gefällt oder nicht. Das gleiche gilt für mich auch bei der Bildbearbeitung. Es gibt viele Bücher mit vielen Werten die man einsetzen sollte, damit das Bild korrekt bearbeitet worden ist. Dummerweise hat man das als Beispiel gezeigte Bild nicht auf dem eigenen Rechner! Auch bei der Bildbearbeitung gehe ich nach meinem Gefühl – somit ist jede Bearbeitung ein “Unikat”.
Als Fotograf versuche ich bei meinen Bilder auf die Bildwirkung einzugehen. Die Aussage eines Bildes hängt für mich auch vom Betrachter ab. Wenn jemand ein Bild einfach schön findet, ist vielleicht schon eine Aussage getroffen worden?!
Emotionen einfangen – das ist das was ich an der Fotografie liebe. Das Bild muß nicht im vornhinein eine Geschichte erzählen, sondern mein Ziel ist es, dass der Betrachter sich Gedanken macht und versucht, das Bild auf sich wirken zu lassen und eine eigene Geschichte zu erzählen. Der Betrachter kann mit der Person auf dem Bild zusammen leiden, trauern oder sich einfach freuen und lachen.
Es ist zwar ein schwieriges Thema mit vielen verschiedenen Gedanken dazu. Aber was meint Ihr dazu?
lg, Ham
Ich gebe dem Moment Dauer. (Manuel Alvarez Bravo)
Es ist wichtig die “Regeln” im Kopf zu haben….um sie dann auch brechen zu können.
Wenn man Emotionen einfangen will, geht es doch um die Emotion. Dann kann man (glaube ich) doch auf den “Goldenen Schnitt” verzichten.
Hauptsache es gefällt!
VG
Christian
Ham: Da stimme ich Dir zu!